Signalkontrolle / Linecheck
 

Bevor die Musiker zum Soundcheck kommen, macht man einen Linecheck.
Alle Tonleitungen von der Bühne zum Mischpult und zurück werden geprüft.

Am einfachsten sind Mikrofone: jemand spricht hinein. Wackle an den Steckern und bewege das Mikrofonkabel. Am häufigsten sind Wackelkontakte und Kabelbrüche am Mikrofonkabel direkt beim Mikrofon.

Schwieriger sind aktive Instrumente. Die Musiker mögen es nicht, wenn man zum Test an ihren Instrumenten spielt. Respektiere das und prüfe diese Leitungen mit einem kleinen Tongenerator.
Nicht schlecht ist auch ein MP3-Player. Den steckst du in den Instrumenteneingang des Gitarrenverstärkers oder in die DI-Box. Vorsicht ! Das Signal könnte wesentlich zu laut oder zu leise sein.

Prüfe, ob Signal zur Bühnenbeschallung und zur Saalbeschallung gehen.
Es werden noch keine Fein-Einstellungen vorgenommen.
Es geht nur darum, Fehler in der Verkabelung zu finden.

Soundcheck:  Vorverstärkung (Gain)

Jeder Kanal wird beim Soundcheck (mit den Musikern) ordentlich geprüft.
Nimm diese Aufgabe ernst und bestehe darauf, dass die Band sich genug Zeit nimmt.
Wenn du immer die gleiche Band hast, dann geht es schneller. Aber niemals verzichten.
Das kann sehr schnell gehen, wenn alle zufrieden sind. Wenn du zu langsam bist oder zu genau, dann könnte das schon negativ ausgelegt werden.

PFL-Taste drücken

Zuerst wird jeder Musiker einzeln gebeten, sein Instrument zu spielen.
Drücke am Mischpult an seinem Kanal die PFL-Taste. Alle anderen PFLs aus !

Der Kopfhörer sollte an deinem Mischpult jetzt automatisch umschalten auf Signalkontrolle (PFL).
Höre mit dem Kopfhörer den Klang und achte auf Störgeräusche in diesem Kanal.
Störgeräusche: siehe Brummprobleme.
Klang: wird hier später erklärt.

Hier hörst du übrigens den Kanal immer ohne Hall, also so wie der Musiker ihn liefert ! Der Hall wird an einer anderen Stelle (Aux) erzeugt.
Ausnahme: der Musiker liefert Hall, zum Beispiel Gitarre mit Effektgerät am Boden.

An den meisten Mischpulten schaltet die PFL-Taste auch das Summe-Messgerät um.
Es zeigt jetzt nicht mehr die Summe, sondern nur noch den einen Kanal.

Gain so einstellen

dass der Pegel meistens an Null anklopft (Vollaussteuerung).
Der Pegel darf auch öfter in ’s Rote gehen, aber nicht weit und nicht lange.
Spielt der Musiker seine lauteste Einstellung ?  Reserven behalten !
Es genügt nicht, Gain so einzustellen, dass die PEAK-Leuchte nicht kommt ! ! ! ! ! !

Die Verstärkung an den Klangreglern (EQ) beeinflusst auch den gemessenen Pegel.
Das bedeutet: wenn du zum Beispiel 2,5 kHz um 5 dB anhebst, dann ist es fast so als hättest du den Gainregler um 5dB aufgedreht. Die Reserve schrumpft. Es besteht Gefahr, dass das Signal zerren wird.

Ein Kompressor in der Insert-Buchse des Kanals beeinflusst die PFL-Messung.
Das kannst du prüfen: schliesse den Kompressor an Insert des Kanals an. Drehe am Input oder Output des Kompressors. Das müsstest du jetzt am Kopfhörer merken.
Lies dazu das Thema Kompressoren !

Vergiss nicht, die PFL-Tasten nach dem Soundcheck wieder aus zu schalten.
Erst dann ist auch das Messgerät wieder für die Summe da.

Soundcheck:  Klang

An einfachen Mischpulten ist die Klangsektion im Kanal sehr simpel.
Tiefen, Mitten und Höhen sind einzustellen. Alles auf einer festen Frequenz.

Der Mittenregler sitzt meistens auf 2,5 kHz.
Dieser Bereich ist für die Verständlichkeit von Sprache gut.

Tipp: 2,5 kHz bei Sängern leicht anheben
Tipp: 2,5 kHz bei Instrumenten leicht absenken, wenn sie der Stimme Konkurrenz machen.
Tipp: die Höhen bei Bass-Instrumenten leicht absenken.
Tipp: die Tiefen bei weiblichen Stimmen leicht absenken.

Allgemein: Klangbereiche, die das Instrument (oder die Stimme) nicht liefert, werden am Klangregler gedämpft. Somit wird das Signal klarer.

Der 80-Hz-Schalter (kann auch 100 Hz oder etwas anderes sein).
Man nennt ihn Trittschallfilter. Bei allen Sängern - ausser Bass - einschalten.
Bei Gesangsmikrofonen hast du dann auch weniger Probleme mit Plopp-Geräuschen.

Parametrischer Mitten-EQ

An aufwendigeren Mischpulten ist an den Klangreglern die Mitte etwas komplizierter:
Man kann sich die Frequenz aussuchen, bei der man regeln will.
“Parametrisch”: der Parameter “Frequenz” lässt sich verstellen.

Tipp: wenn es zischt bei 7 kHz leicht absenken.
Tipp: wenn es sehr bassig ist: 150 Hz leicht absenken.
Tipp: wenn es verschnupft klingt: 600 Hz leicht absenken.
Die genaue Frequenz ist für jeden Fall leicht unterschiedlich.

Tipp: wenn es unangenehm klingt, dann ist fast immer eine Frequenz zu laut.
Um sie zu finden, musst du den Mittenverstärker auf +10 dB stellen und die Frequenz langsam durchdrehen. Du hast die Frequenz gefunden, wenn es richtig falsch klingt.
Dort musst du jetzt die Verstärkung auf minus stellen. NUR FÜR SOUNDCHECK !

Genau genommen:
der abgebildete parametrische Mitten-EQ ist nur ein halb-parametrischer EQ.
Ein voll-parametrischer EQ hat noch den Regler Bandbreite.

Nahbesprechungseffekt

Wenn der Sänger das Mikrofon fast in den Mund steckt, dann kann es sehr muffig klingen.

Das ist dann meistens der Nahbesprechungseffekt:
Die Bässe werden zu laut. Meistens im Bereich um 100 Hz oder 150 Hz.
Der Trittschallfilter (80 Hz-Schalter) bringt da nichts.
Da brauchst du einen parametrischen Mitten-EQ:

Der Nahbesprechungseffekt  ist ein physikalisches Phänomen, für das die Mikrofonhersteller nichts können.

SHELVING EQ  / Kuhschwanzfilter

Am dem Mischpult ist der Bassregler in den Mikrofonkanälen ein SHELVING-EQ.

Vereinfacht erklärt:
Unterhalb der eingestellten Frequenz wird alles um den gleichen Betrag abgesenkt.

Hier im Bild:
Bässe unterhalb von 300 Hz werden um etwa 6 dB abgesenkt.

Ich kenne eine Band, wo der Drummer ab und zu ein Solo singt. Er bringt sein eigenes Mikrofon mit. Das hat einen sehr starken Nahbesprechungseffekt - und er hat dazu noch eine sehr basslastige Stimme mit wenig Präsenz.
Da muss der Bassregler ziemlich was wegdrücken.

 

Soundcheck (und Konzert):  Alle Signale hörbar ?

Im Konzert musst du prüfen, ob der Gesamteindruck stimmt.
Ist jeder Musiker hörbar ? Bei kleinen Bands kein Problem.
Bei grösseren Bands musst du mit dem Kopfhörer und PFL (siehe oben) kontrollieren, welche Signale von den Musikern angeboten werden.
Begleitinstrumente und zweite Stimmen stets etwas leiser halten.

Tipp: Bei Gesang stören alle Instrumente, die das selbe Klangspektrum haben.
Instrumente mit starken Mitten sollten deshalb immer etwas zurückgenommen werden, wenn ein Vers gesungen wird. Nur ein paar dB !   Im Refrain wieder hochziehen.
Beachte, ob die Musiker das selber im Griff haben. Oft ist es halt nicht so - leider.
Wenn du extrem gut drauf bist, dann dreh an kritischen Stellen in der Instrumenten-Gruppe 2,5 kHz ganz wenig weg, dann kommt der Gesang besser durch.

Hier ist deine Aufmerksamkeit gefragt !
Wenn der Gesang gut zu verstehen ist, dann Finger weg !! Musiker können ganz böse werden, wenn man an ihrem Regler spielt.
Zu Recht ! Meistens reicht es, nur 1 oder 2 Dezibel mitzuschaffen, das merken die wenigsten.

Soundcheck: Allgemein

Im Konzert werden alle Kanäle immer wieder mit PFL kontrolliert - siehe oben.
Wenn jemand in einem grösseren Konzert die ganze Zeit unbeschäftigt am Mischpult sitzt, dann soll er lieber daheim bleiben  - meine Meinung !

Wenn du die Musiker nicht kennst, dann musst du immer genau besprechen, was du kannst und was du vor hast zu tun.

Profi-Musiker haben oft die Meinung, nach dem Soundcheck muss der Mischpultmann nichts mehr tun, und  er SOLL auch nichts mehr tun. Das ist nicht ganz richtig !!!
Mach den Musikern klar, dass du noch Einstellungen veränderst, wenn es sein muss. Aber halt NUR wenn es sein muss !

Vorsicht: du kannst einen Musiker durcheinander bringen, wenn du in seinem Kanal zu heftig wurstelst. Der dreht dir bei nächster Gelegenheit die Gurgel ‘rum.

OTon eines Band-Managers im Konzert: “Sagen Sie mal: warum machen wir eigentlich einen Soundcheck, wenn Sie dann im Konzert ständig an den Knöpfen drehen ?”
Antwort: “Sagen Sie mal: warum machen wir eigentlich einen Soundcheck, wenn die Musiker im Konzert plötzlich alle ihre Verstärker verstellen und doppelt so laut spielen ?”

Besprich mit den Musikern, dass/ob du den Hall je nach Musikstück veränderst !
Besprich mit den Musikern, dass/ob du die Abmischung je nach Stimmung leicht veränderst !

Oberstes Gebot: Wünsche und Verbote der Musiker immer ernst nehmen !
Probleme lösen   und   erfüllbare Wünsche erfüllen.
Für unerfüllbare Wünsche sollst du nicht buckeln, aber erkläre deine Lage.

Spezialeffekte sind normalerweise nicht Aufgabe des Mischpultmanns. Jeder Musiker bringt sein eigenes Zeug mit.
Hall können die Musiker aber schon verlangen.

Ein einzelner Musiker ist nicht zu hören ? Das darf nur vorkommen, wenn die Band enorm viele Musiker hat. Dann tritt der Verdeckungseffekt ein.
Wichtig: wer spielt “nur” Begleitung ?

Der Bassist ist nicht zu hören ? Das kann gar nicht sein. Da machst du einen Fehler.
Der Bassist wird normalerweise nicht von anderen Instrumenten überdeckt. Das ist eine Sache des menschlichen Gehörs. Es kann höchstens sein, dass er zwischendurch seinen AMP leiser gestellt hat, weil der Drummer gemeckert hat.

In der Jazzmusik kann es allerdings sein, dass der Zupfbass sehr leise sein soll - was ich schade finde. Aber es ist OK.

Solo-Einlagen mitten im Musikstück kannst du unterstützen indem du den Regler 2 oder 3 dB anhebst. Mehr nicht !

Solo-Einlagen von Gitarristen sind oft etwas merkwürdig. Der Gitarrist hat einen Fussschalter für zusätzliche Verstärkung. Das ist der “Solo-Schalter” oder (regelbar) Volume-Pedal.
Leider übertreiben die Gitarristen hier oft extrem.
Die Lautstärke steigt viel zu stark an. Hier ist es gut wenn du einen Kompressor in dem Kanal hast.

Fehlerquelle doppeltes Signal

Ein Kanal darf nicht mehr direkt zur Saalsumme (Main-Mix), wenn er schon über eine Subgruppe (1-2) zur Saalsumme geht. Leider kann an einigen Mischpulten dieser Fehler geschaltet werden. Mitdenken !
Das gleiche gilt für Monitoring und Hall (Aux-Wege).

 

Nie wieder Media Markt

“Ich bin doch nicht blöd.”
Zum Artikel (Blog)

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