Hall-Effekt
 

Mit einem Effektgerät kannst du dem Ton einen künstlichen Hall hinzufügen.

Die Art und die Stärke des Halls wechselt unter Umständen von Stück zu Stück.

Du musst deshalb vor der Veranstaltung mit der Band besprechen, wie das werden soll. Biete an, dass du selber die Beurteilung übernimmst.

Es klingt langweilig, wenn du einfach den gesamten Saalmix verhallst.

Jedes Instrument und jeder Sänger braucht unterschiedlich stark Hall.

Bei hochwertigen Mischungen benötigt man sogar zwei verschiedene Halleffekte.
Zum Beispiel einen warm klingenden, langen Hall für die Stimmen und einen kurzen, knackigen für die Snare-Drum.

Oder:
du hast nur einen einzigen Hall-Effekt, willst aber die einzelnen Kanäle unterschiedlich stark verhallen.

Das Effektgerät kann im Mischpult eingebaut sein oder ausserhalb als extra Gerät.
Ich bespreche zunächst “extern”, also als extra Gerät.
“Intern” wird später nur kurz erwähnt, weil es ja sowieso fast ganz gleicht ist.

Hall wird üblicherweise nur zum Saal-Ton zugemischt, nicht (oder leise) zur Bühnenbeschallung.

Falls auf der Bühne Hall gewünscht wird

Einige Künstler verlangen den Hall auch laut auf dem Monitoring. Ist OK.

Mich persönlich wundert nur, dass die sich absolut nicht vorstellen können, dass es andere Künstler gibt, die das absolut nicht wollen. Und dann schauen sie den Techniker an, als ob der zum ersten mal beschallen würde.

Folgendes muss aber klar sein:

Der Mix auf der Bühne unterscheidet sich bekanntlich vom Saal-Mix. Als Quelle wird am Mischpult nicht die Saal-Summe gewählt, sondern ein separater Mix mittels eines AUX-Kanals.
Siehe Thema Monitoring.

Also wird auch der Hall auf der Bühne nicht genau dem Saal-Mix entsprechen.
Glücklicherweise kommt es darauf nicht so sehr an.

Wenn die Musiker Pech haben, bietet das Mischpult gar keine Möglichkeit dafür.

Wer bekommt Hall ?

Das ist absolut Geschmacksache und hängt sehr von der künstlerischen Leitung ab.
 

Im Club, wo jedesmal jemand andres auftritt

muss diese Frage sehr sorgfältig besprochen werden. Oft überlassen die SängerInnen das meinem persönlichen Gefühl.

Es kann passieren, dass einer von den Künstlern bei der Hallfrage den fremden Beschaller mit hypnosegeschwellten Augen anvisiert, die Augenbrauen hochzieht und in bitterernstem Ton bekannt gibt: “NEVER CHANGE REVERB - N E V E R !!!”
Schade, dass dieser Künstler sich nicht vorstellen konnte, dass der Techniker das fragen MUSS.
Ich glaube, die Leute haben schon mal woanders schlechte Erfahrungen gemacht.

Hintergrund der Ernsthaftigkeit:
wechselnder Hall kann einen Künstler extrem ablenken - im Ernst.
Schlimm nur, wenn er sogar für die Ansagen verbietet, dass man am Pult den Hall wegnimmt. Obwohl er da eher das arme Publikum vor Hallwechsel schützen möchte. Ist Geschmacksache.
 

Hall für Gitarren

Gitarristen haben ihre kleinen Zauberkisten (Tretmine) auf dem Boden, mit Fussschalter. Da mischt der Beschaller normalerweise keinen Hall dazu.

Meine Erfahrung: sobald eine Ballade kommt, braucht er deine Unterstützung. Er kann auf der Bühne oftmals nicht gut abschätzen, wie sein Tretminenhall zum Gesamtmix passt.

Signalfluss des Halls am Mischpult

Wie wird der Hall am Mischpult erzeugt / wie muss das Signal laufen ?

Du hast am Mischpult viele Mikrofone und Instrumente angeschlossen.
Sie werden unterschiedlich stark verhallt, aber trotzdem mit nur einem einzigen Hallgerät.

(Zwei Effektgeräte: siehe unten)

 
An jedem Instrument- oder Mikrofon-Kanal nimmst du einen AUX-Regler, der “POST”-Fader ist. Hier kannst du bestimmen, wie stark jeder Kanal im Vergleich zu den anderen verhallt wird.

Eine Gesangstimme braucht vielleicht mehr Hall als die akustische Gitarre.

Es muss ein “POST”-Fader sein.

Grund: wenn ein Kanal im Saalmix leiser gestellt wird, dann muss auch der Hall-Anteil sinken.



Der Aux-Kanal hat einen Summen-Regler.

Der Ton geht hinter diesem Summenregler an eine Buchse. Dort verlässt der unverhallte Signalmix das Mischpult und geht zum Effektgerät.

Am Effektgerät bitte unbedingt darauf achten, dass am Ausgang NUR das Hallsignal erscheint. Das stellt man meistens ein mit “100% wet”.

Vom Effektgerät-Ausgang geht es zurück zum Mischpult. Man benutzt meistens einen “Effekt-Return”. Da kann man fast nichts falsch machen. Nicht den zugehörigen Regler vergessen.
 

Tipp:

benutze einen freien, normalen Stereo-Input als Effekt-Return. Dann kannst du den Klang des Effekt stark beeinflussen. Und du kannst ihn sehr gut auch auf das Monitoring mixen.
Aber Achtung: an diesem Input nicht den Hall-AUX aufdrehen. Das gäbe eine Rückkopplung.

Pegel-Verlauf im Mischpult:

Bitte achte besonders darauf, dass das Hallgerät an seinem Input einen korrekten Pegel bekommt.
Es darf nicht zu wenig sein, sonst kommt man im Effektgerät zu nah an ’s Rauschen.
Es darf hier nicht zu viel sein, sonst kommt es zu Verzerrungen.

Ab und zu  tut hier eine Kontrolle gut. Die einzige Möglichkeit ist meistens am Effektgerät selbst, mit dem eingebauten INPUT-Messgerät.
 

Der Input-Regler im Effektgerät

sollte möglichst auf plus minus Null stehen. Also: keine zusätzliche Verstärkung.
Eine grosse Verstärkung würde bedeuten, dass an der Input-Buchse ein schwacher Pegel anliegt. Wie soeben beschrieben: das kann zu Rauschen und anderen Störgeräuschen führen.

Das gilt auch für den AUX-Summe-Regler im Mischpult: wenn er zu weit aufgedreht ist, dann stimmt etwas nicht.

Die richtige Pegel-Einstellung erfolgt am Mischpult, an den POST-AUX-Reglern in den Kanälen. Die AUX-Summe soll auf plus minus Null oder darunter stehen.

Die einzelnen AUX-Regler an den Kanälen nicht ganz auf plus minus Null, denn bei mehreren einzelnen Signalen wird die Summe zu laut.

Der Input-Regler am Effektgerät wird nur gebraucht, wenn die Soll-Pegel nicht zusammenpassen: AUX-OUT liefert +4dBu und Eff-Input braucht -10dBu.
 

Weiter geht’s mit dem Signal - zum Mischpult zurück:

Der Pegel am Effektgerät-Output sollte mit dem Output-Regler nicht stark gedämpft werden.
Man hat sonst in dem Kabelstück zum Mischpult die Gefahr von Elektrosmog-Störgeräuschen.
Also: voller Pegel in dem Kabelstück und erst am Mischpult, am Effekt-Return-Regler, wird die gewünschte Hallstärke eingestellt. Fertig.

  Zwei Hallgeräte:

Besser sind natürlich zwei verschiedene Hall-Effekte gleichzeitig. Dafür braucht man dann zwei POST-AUX-Wege und zwei Effekt-Returns. Ganz einfach !

Schlagzeug sollte normalerweise anders als Gesang verhallt werden, meist ein Effekt mit kürzerer Hallzeit und/oder mit Gate.

Tipp: ich habe ein Hallgerät mit zwei Maschinen. Jede Maschine hat ihren eigenen Eingang. Es gibt aber einen gemeinsamen Stereo-Ausgang, also spart man am Mischpult.

Bei eingebauten Effekt-Geräten - im Mischpult

ist normalerweise ein AUX-Regler gleich mit “EFF” oder “FX” beschriftet.

Hall: Mono oder Stereo ?

Es geht um die Frage, was das Hall-Effektgerät an seinem Eingang bekommt.

Es bleibt dabei: wir nehmen nicht die Saalsumme zum verhallen, sondern einen AUX-Weg.  Somit können die Tonquellen unterschiedlich stark verhallt werden.

AUX-Wege sind normalerweise in Mono. Nur “digitale” Mischpulte bieten AUX-Wege in Stereo an.

Man mischt also in einem normalen Mischpult die AUX-Summe in Mono.

Diese Mischung geht zum Effektgerät. Es wird dort nur einer der beiden Stereo-Inputs benutzt.
Der Effekt-Return ist aber Stereo. Das ist OK so !

Bei Ansagen zwischen den Liedern

wird natürlich der Hall ausgemacht oder zumindest etwas leiser gestellt. Und das geht am Effekt-Return-Regler oder an der AUX-Summe.

Aux-Summe zudrehen

Vorteil ist, dass ein langer Hall noch gemütlich ausklingen kann und nichts mehr nachgeliefert wird.

Tipp: an diese Sache erkennt man ganz gut, ob der Beschaller pennt oder nicht. Also: aufgepasst !

Es gibt auch selten einen Künstler, der den Hall in den Ansagen unverändert haben will. OK ! Der Wunsch des Künstlers sei Befehl. Siehe oben.

AUX-Regler und Pegel

Die AUX-Regler sind normalerweise ungenügend beschriftet, was die Dezibel betrifft. Du solltest dein Mischpult einmal durchtesten und die Sache klar machen. Hör dir an, wie stark sich die Lautstärke beim Drehen ändert. Du musst ein Gefühl dafür haben.

Das gilt für die AUX-Regler “POST” (für Hall) und auch für “PRE” (für Monitoring).

AUX-OUT  symmetrisch /unsymmetrisch / Klinke / XLR / .....

falls die Buchsen “symmetrisch” oder auch “bal” angeboten werden: benutze ein symmetrisches Kabel, um Störgeräusche durch Elektrosmog zu verhindern. Siehe Handbuch des Mischpults.

Hall und Kompressor

Der Ausgang eines Hallgeräts bietet manchmal einen Kompressor an.
Hall kann sehr laut aufschwingen - auch ohne Rückkopplung.

Ein langsam ansteigender Pfeifton (60 Hz bis 600 Hz) wurde mit einem Audio-Editor (DAW) verhallt. Raumgröße etwa 50 Meter, Hallzeit etwa 2 Sekunden.

Deutlich sieht man überall starke Überhöhungen. Da kann ein Kompressor helfen.

Eine Hüllkurve
Dieses Ding kommt noch bei “Raumresonanzen” vor.

Tipp: Nimm einen Hall mit langer erster Verzögerung (Predelay), aber relativ kurzer Hallzeit und aktiviere den Kompressor.

Tipp: Die Bässe des Halls dämpfen, wenn möglich.

Die Effekt-Returns

haben eigentlich mit dem Hall nichts zu tun. Diese Buchsen sind zunächst einmal beliebige Inputs, mit eingeschränkten Möglichkeiten. Sie werden halt für Effekte genutzt.

An großen Mischpulten

sind die Möglichkeiten in Sachen Hall vielfältig. Das kann ich hier nicht besprechen. Es soll deshalb hier erst einmal genug sein.
Wer sich da nicht professionell auskennt, kann sowieso nur Fehler machen. Lieber ein einfacheres Exemplar kaufen und das aber korrekt bedienen.
Motto: Zeige den Leuten lieber nur 50% deines Könnens (fehlerfrei) als 200% deines Könnens mit Fehlern.  Einmal ein schlechter Ruf - immer ein schlechter Ruf !!!

 

Nie wieder Media Markt

“Ich bin doch nicht blöd.”
Zum Artikel (Blog)

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